Gewerbestrom und Gas verwalten lassen: Leitfaden für Hausverwaltungen und Mehrstandort-Betriebe
Warum Unternehmen mit 5 bis 100 Zählern Energieverträge meist zu spät prüfen, was eine Vertragsverwaltung leistet und wo die Grenze zur professionellen Ausschreibung liegt.
Eine Hausverwaltung mit 30 Liegenschaften hat schnell 60 Zähler für Allgemeinstrom, Aufzüge, Heizungen und Gas. Jeder Zähler hängt an einem Vertrag mit eigener Laufzeit und eigener Kündigungsfrist. Wer das in Tabellen pflegt, verpasst irgendwann einen Termin. Genau dort setzt Vertragsverwaltung an.
Das eigentliche Problem ist die Frist, nicht der Preis
Bei Gewerbeverträgen ist eine stillschweigende Verlängerung um zwölf Monate üblich, oft mit einer Kündigungsfrist von drei Monaten zum Laufzeitende. Die Verbraucherschutzregeln des § 309 Nr. 9 BGB, die seit März 2022 kurze Fristen für Haushaltskunden vorschreiben, gelten für Unternehmen nicht.
Wird die Frist verpasst, läuft der Vertrag zu den dann gültigen Konditionen weiter. Bei mehreren Dutzend Verträgen mit unterschiedlichen Stichtagen ist das die Regel, nicht die Ausnahme.
Was eine Vertragsverwaltung leistet
- Bestandsaufnahme: alle Liegenschaften, Zähler, Verträge, Laufzeiten und Kündigungsfristen an einem Ort.
- Fristenkontrolle: Erinnerung 120, 90 und 30 Tage vor dem letzten Kündigungstermin, nicht vor dem Vertragsende.
- Marktprüfung vor Ablauf: Angebote der angebundenen Versorger für den tatsächlichen Verbrauch des Zählers.
- Abwicklung: Vertragsabschluss, Kündigung und Lieferantenwechsel per Vollmacht, Dokumentation im Portal.
- Ein fester Ansprechpartner statt Hotline.
Wo die Grenze liegt
Ab etwa 100.000 kWh Jahresverbrauch pro Abnahmestelle wird der Zähler registrierend gemessen (RLM). Dann lohnt sich oft eine strukturierte Beschaffung oder Ausschreibung durch spezialisierte Berater, die anders vergütet werden als ein provisionsfinanzierter Vermittler. Tarifzy richtet sich an Portfolios mit vielen kleinen und mittleren Zählern, bei denen der Aufwand für eine Ausschreibung in keinem Verhältnis zum Volumen steht.
Vergütung und Interessenlage
Tarifzy wird vom Versorger für die Vermittlung vergütet, der Kunde zahlt nichts. Damit die Auswahl nicht von der Vergütung abhängt, wird im Portal zu jedem Angebot der rechnerische Jahrespreis für den konkreten Zähler ausgewiesen. Die Entscheidung trifft der Kunde, die Vollmacht deckt nur die Abwicklung.
Häufige Fragen
- Brauche ich für jede Liegenschaft eine eigene Vollmacht?
- Nein. Eine Vollmacht des vertretungsberechtigten Unternehmens reicht für alle Zähler, die dem Unternehmen zugeordnet sind. Für verwaltete WEGs ist die Vollmacht der Verwaltung im Rahmen des Verwaltervertrags maßgeblich.
- Was ist mit Zählern, die in der Grundversorgung laufen?
- Grundversorgung ist bei Gewerbezählern meist die teuerste Option und mit zwei Wochen Frist kündbar. Solche Zähler werden in der Bestandsaufnahme markiert und zuerst bearbeitet.
Quellen
- § 309 Nr. 9 BGB – Laufzeit bei Dauerschuldverhältnissen (nur Verbraucher)
- § 12 StromNZV – Standardlastprofile bis 100.000 kWh
- § 20 StromGVV – Kündigung der Grundversorgung
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung. Stand: 07. September 2026.
